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MiFID II Richtlinie - Eine Übersicht

 

MiFID II, ein Begriff, der derzeit überall in der Beratungsbranche umhergeistert und dabei wie ein Damoklesschwert über ihr schwebt. Viele Gerüchte kursieren über die Richtlinie, die Anfang 2018 die Beratungsbranche verändern wird. Kaum jemand kann ihren Inhalt und ihre Auswirkungen genau erklären. Wir wollen versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen und die wichtigsten Punkte der Richtlinie MiFID II, ihren Prozess bis zur Umsetzung und ihre Zielgruppe mit Fakten verständlich zu erklären.

Was bedeutet MiFID II?

Bei der EU-Richtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) handelt es sich um ein regulatorisches Rahmenwerk für Wertpapiergeschäfte in Europa. Ziel ist es, durch schärfere Regeln, einheitliche Standards und Wettbewerbsbedingungen eine Verbesserung des Anlegerschutzes zu erreichen. Dabei baut sie auf der in 2007 in Kraft getretenen MiFID I - Richtlinie auf und soll die seither veränderten Markstrukturen, insbesondere die Erkenntnisse aus der Finanzkrise, berücksichtigen. Das gemeinsame Ziel der Mitgliedsstaaten ist, durch mehr Transparenz und eine Vermeidung von Interessenkonflikten der Finanzdienstleister das Vertrauen der Anleger in die Märkte zu stärken. Hierdurch sollen die Anforderungen an die Qualität der erbrachten Dienstleistung und die Transparenz der Kosten von Finanzinstrumenten erhöht werden.

Welche Berufsgruppe ist betroffen?

Von der EU-Richtlinie, ist jeder Finanzdienstleister und Berater betroffen, der eine Wertpapierdienstleistung erbringt, also Finanzprodukte vermittelt oder managt. Es finden je nach regulatorischem Rahmen (eigene KWG § 32-Zulassung, Finanzanlagenvermittler nach GewO § 34 etc.) des Dienstleisters unterschiedliche Rechtsrahmen Anwendung, jedoch zeigt sich, dass von den Veränderungen jede Berufsgruppe betroffen ist - der Vermögensverwalter ebenso wie Finanzberater, freie Berater genauso wie Bankberater.

Was sind die Auswirkungen für Finanzdienstleister?

Als Folge der EU-Richtlinie müssen die Geschäftsmodelle von Finanzdienstleistern auf den Prüfstand. Insbesondere die Vereinnahmung von Provisionen („kickbacks“) wird erheblich erschwert. Dabei lässt der Gesetzgeber zukünftig die Provisionen nur noch dann zu, wenn diese dazu bestimmt sind, eine zusätzliche oder höherrangige Dienstleistung für den Kunden zu erbringen. Anforderungen an die Kostentransparenz, die Aufzeichnung der Kommunikation zwischen Berater und Endkunden sowie Vorgaben bei der Produktauswahl (u.a.) machen die EU-Richtlinie zu einem umfassenden Rahmenwerk mit tiefgreifenden Veränderungen für die Beratungspraxis.

Wann sind die Inhalte der nationalen Gesetzgebung klar und bindend?

Die Umsetzung in nationales Recht muss bis zum 03.07.2017 erfolgen, so dass die Finanzdienstleister ein halbes Jahr Zeit haben, die Vorgaben intern umzusetzen und mit Jahresbeginn 2018 anzuwenden. Nicht viel, wenn man die Dimension der Veränderungen betrachtet.

Was muss ich tun?

Jeder Finanzdienstleister sollte umgehend die Auswirkungen auf sein Geschäftsmodell analysieren und Maßnahmen ergreifen, die eine gesetzeskonforme Erbringung der Wertpapierdienstleistung ab 2018 ermöglicht. Als erste Maßnahme sollte er sich über ein "Informationstool zur Qualitätsverbesserung" in seiner Beratung informieren. Ansonsten riskiert er den Verlust seiner Einnahmenquelle. Neben der Herausforderung, dem Kunden diese Qualitätsverbesserung zu bieten, sollte auch der mit der Anforderung verbundene Mehraufwand dabei nicht unterschätzt werden. Die Entwicklung eines effizienten Beratungsprozesses unter Berücksichtigung der Anforderungen ist eine Herausforderung, die gelöst werden muss, um weiterhin profitabel wirtschaften zu können. Der Einsatz von digitalen Lösungen ist dabei essentiell.

 

Haben Sie eine Frage bezüglich der Richtlinie MiFID II? Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite!

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